Digitale Personenwaage

Im Trend der Zeit
Die Vielzahl der technischen Entwicklungen hat sich längst auf dem Markt der Personenwaagen gezeigt. Das zugegebenermaßen eher einfache Gewichtskraft-Prinzip der mechanischen Waagen hat schon seit langer Zeit in den digitalen Verwandten einen angenehmen und komfortablen Fortschritt erlebt. Musste noch bis vor kurzem ein Federmechanismus mit relativ fragwürdiger Genauigkeit der Gewichtsmessung reagieren, gibt es inzwischen eine Vielzahl von Möglichkeiten die Pfunde zu ermitteln. Aber eins nach dem anderen:
Display
Das sichtbarste Kriterium einer digitalen Personenwaage fällt dem Kunden unvermittelt beim ersten Betrachten ins Auge: das Display. Hier gibt es keine Zahlenscheibe mehr, auf der man sein Gewicht nur mit einer mäßigen Genauigkeit und Trefferquote ermitteln kann. Auf dem Display eines solchen Modells erscheinen die Ziffern in digitaler Form, vergleichbar vielleicht mit einem digitalen Wecker oder der digitalen Anzeige aus der Kommunikationswelt, einem Handy, einem PC oder ähnlichem.
Der sichtbare Nutzen besteht nicht nur in der besseren Lesbarkeit. Gerade in Situationen, in denen vielleicht der Lichteinfall zu wünschen übrig lässt, sind die beleuchteten Ziffern einer Digitalanzeige sehr wertvoll und nicht minder alltagstauglich. Bei mechanischen Personenwaagen ist es so, dass die Anzeigenadel sofort nach dem Wiegevorgang wieder zum Nullpunkt geht. Das Ergebnis lässt sich nur aus dem Gedächtnis abrufen. Hat man‘s wieder vergessen, muss man eben noch einmal draufsteigen.
Die digitale Version bietet hier weitaus größeren Komfort. Die Ziffer kann über einen längeren Zeitraum gesehen und bei vielen Modellen sogar bis zur nächsten Anwendung gespeichert werden.
Speicherfunktion
Nicht unüblich ist es, die Ergebnisse mehrerer Personen speichen zu können. Bei einigen Modellen geht das kurzzeitig, eben nur für den zuletzt ermittelten Wert jeder einzelnen Person. Weiterentwickelte digitale Modelle sind in der Lage, eine vollständige Gewichtsentwicklung anzuzeigen. So hat beispielsweise eine komplette Familie die Möglichkeit, nicht nur auf die persönlichen Ergebnisse zuzugreifen. In der folgenden Zeit kann jeder, der sich hier zuvor ein Wiegeprofil eingestellt hat, auf seine letzten Resultate zugreifen und hier die Entwicklung seines Gewichtes erkennen.
Mit weiterentwickelten digitalen Waagen wird der Weg beschritten, von einem plumpen Feststellen der Über- oder Unterpfunde zu einem unterstützten Gewichtsmanagement zu kommen. Gerade in der digitalen Welt ergibt sich eine Vielzahl weiterer Anwendungen, die – je nach Modell und Geldbeuten – schier grenzenlos sind. Jedoch wären wir mit diesen Ausführungen bereits im Bereich der Körperanalysewaagen. Hier geht es zunächst um die digitale Personenwaage in ihrer Grundfunktion.
Messgenauigkeit
Ungeachtet der weiteren Anwendungsmöglichkeiten bietet die digitale Welt einen grundlegenden und immens wichtigen Vorteil: Die Messgenauigkeit hat mit ihrer Entwicklung um ein Vielfaches zugenommen. Werden im Bereich der mechanischen Personenwaagen die Gewichtsergebnisse üblicherweise in 1-kg-Schritten oder im Glücksfall in 0,5-kg-Schritten angezeigt, so errechnen die sensitiven digitalen Waagen das Ergebnis in 100-Gramm-Schritten oder noch genauer.
Daraus ergibt sich für den Nutzer der Vorzug, sein Diätprogramm oder seine regelmäßige Gewichtskontrolle mit differenzierten und weitaus genaueren Werten wirklich und real beurteilen zu können. Für eine Entwicklung und ein verantwortliches Gewichtsmanagement macht es einfach einen bedeutenden Unterschied, ob man innerhalb von zwei Tagen 200 Gramm zu- oder abgenommen hat oder nicht. Die auf mechanischen Waagen übliche Anzeige ermittelt aber in weitaus größeren Intervallen. Und wenn man erst nach mehreren Tagen realisiert, ein ganzes Kilo zugenommen zu haben, kann das für manche konsequente Diät bereits zu spät sein. In aller Konsequenz, die man sich doch vorgenommen hatte, erfährt man einen moralischen Rückschlag; stattdessen sollte die Waage einen auf dem persönlichen Weg doch motivieren.
Diese Motivation bei der für viele ohnehin schon schwierigen Diät bekommt man mit den digitalen Personenwaagen viel direkter und hilfreicher. Differenzierte und genaue Ergebnisse, die sich teilweise im 0,01-kg-Bereich bewegen, sind unterstützend. Abgesehen von Adipositas-Patienten wiegt kein normalgewachsener Mensch – abgesehen von der Aufnahme seiner Mahlzeiten – innerhalb weniger Stunden plötzlich ein ganzes Kilo mehr. So ist es ja auch nicht, aber das Auge wiegt mit. Und so mag es einem bei den großen Intervall-Schritten so manchen mechanischen Gerätes bisweilen so vorkommen, als fände hier keine wirkliche Entwicklung statt. Vielmehr erhält man diesen zweifelhaften Eindruck von »heute ein Kilo weniger, morgen ein Kilo mehr«.
Messmethode
Zugeben muss man eines, der direkte Vergleich der mechanischen und digitalen Variante ist nahezu unfair. Schließlich kann die digitale Personenwaage auf völlig andere technische Möglichkeiten zugreifen als ihr analoger Kontrahent. Ist die mechanische Personenwaage auf das Federprinzip angewiesen, so kann die digitale Variante bereits in ihrer Basisversion ihre gesamten Vorteile ausspielen.
Gängige Messmethode ist hier, das Gewicht von piezokeramischen Bauteilen ermitteln zu lassen. Piezokeramische Elemente muss man sich als Sensoren vorstellen. Diese Piezoelemente sind aus dem musikalischen Instrumentenbau bekannt. Dort verwendet man sie als Tonabnehmer auf akustischen Saiten- oder elektronischen Tasteninstrumenten. Piezokeramische Elemente reagieren sensibel und exakt auf Druck. Die Kraft, die auf sie ausgeübt wird – in unserem Fall also das Gewicht – wird auf den Instrumenten exakt und in rasender Geschwindigkeit festgestellt und letztlich als akustischer Ton weitergegeben.
Für die Digitalwaage bedeutet das eine zuverlässige Gewichtsermittlung. Auch hier findet eine Kraftübertragung an die Sensoren statt. In jenem Moment, in dem man sich auf die Waage stellt, erfolgt der Gewichtsdruck auf die Piezo-Sensoren. Der nun ausschlaggebende Vorteil zur herkömmlichen Bauweise ist, dass das ermittelte Gewicht nicht mehr über einen Federmechanismus übertragen werden muss. Im Gegenteil, die Daten lassen sich auf elektromagnetischem oder schlicht elektrischem Wege an einen winzigen Prozessor übermitteln, der anschließend im Display das Wiegeergebnis anzeigt. Ganz plump und einfach: Auf diese Weise braucht man einfach weniger Platz.
Die übliche mechanische Personenwaage benötigt eine durchschnittliche Mindesthöhe von etwa 8 – 10 Zentimetern. Eine digitale Waage, die mit solcherlei Bauteilen bestückt ist, hat das nicht mehr nötig. Sie kann sehr flach sein, flacher, als dies mit der traditionellen Messweise jemals möglich war. Daraus ergeben sich wiederum hinsichtlich des Designs vielfältige und nicht minder kreative Möglichkeiten der Hersteller. Nicht mehr auf ein vorgegebenes, grobes Mass beschränkt zu sein, weckt kreative Gedanken. Die Hersteller haben das voller Konsequenz ausgenutzt. Der stilistischen Vielfalt sind somit keine Grenzen mehr gesetzt. Das Erscheinungsbild der Personenwaage kann nunmehr endgültig seinen eleganten Einzug in den häuslichen Wohnraum halten und sich an den aktuellen Stilrichtungen der aktuellen Innenarchitektur orientieren.
Nun mag man denken, alles sei gesagt, alles sei entwickelt. Aber die Bezeichnung der digitalen Personenwaage bezeichnet lediglich den Anfang der technischen Hilfestellungen, die ein solcher »Elektroknecht« bieten mag. Vielleicht sollte man dies lediglich als einen Überbegriff, als eine Überschrift verstehen. Denn mit der Entdeckung der technischen Möglichkeiten im Wiegebereich ist der Startschuss für viele weitere Anwendungen geboten, durch die man seine eigenen Gewichtsentwicklung als sinnvollen Weg begreifen kann. Körpergewicht ist nunmal nicht ausschließlich von der Kalorienaufnahme abhängig. Körperfette, Knochengewicht usw. spielen eine bedeutsame Rolle. Und schon sind wir in den Kapiteln über Körperfettwaagen und Körperanalysewaagen. Versteckspiel war gestern – exakte Gewichtsbestimmung ist heute!