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Personenwaage – ein positives Lebensmotto

Personenwaage - ein positives LebensmottoSchmollte die gute alte Waage aus Großmutters Zeiten eher schambehaftet und sorgsam versteckt in irgendeiner dunklen Ecke des Badezimmers, so ist die moderne Personenwaage längst zum eleganten Einrichtungsdetail geworden.

Vom schlichten Gebrauchsgegenstand zum Vorzeigemodell

Nicht verräterisch von zu vielen Pfunden zeugend, sondern als Visitenkarte des sportlichen Körpergefühls.  Selbstbewusst steht sie in manch wohldesigntem Badezimmer. Schon lange ist sie nicht mehr nur der problembehaftete Gewichtskontrolleur. Immerhin befinden wir uns längst im Zeitalter des Körperbewusstseins. Bewusste Ernährung wird zum stolzen Lebensgefühl. »Mann« möchte fettarm dazugehören und »Frau« will Verantwortung für sich selbst zeigen – voller Stolz auf den eigenen Körper.

Nicht jeder hat das Glück, gedankenlos zu jeder sich bietenden Kalorienbombe greifen zu dürfen. Mit dem allseits gegenwärtigen Schönheitsideal der sportlich Schlanken wird die Beachtung von Verbrennungswerten, Kalorienbedarf und dem BMI (Body Mass Index) umso bedeutsamer. Erst die Entwicklung dieser Werte verhilft den Sport- und Körperbegeisterten zu physischem und psychischem Wohlgefühl. Und die aktuell von den Herstellern angebotenen Modelle leisten einiges. Sie bieten Möglichkeiten und Hilfestellungen, die selbst Gesundheits-Enthusiasten noch vor wenigen Jahren geradezu undenkbar waren.

Bis vor kurzem lebte die Körperwaage an der Seite des Normalkonsumenten eher als ein bisweilen drohender – mitunter durchaus unerfreulicher – Zeigefinger: simpel, plump, einfach. Man wollte ganz einfach wissen, wie schwer man ist. Die Antwort mochte man ohnehin nicht hören. Und mit den manchmal ungenau definierten Wiegebereichen konnte man die Personenwaage leicht mal einer Lüge bezichtigen. Vielleicht hoffte man auch, nicht so voluminös zu sein, wie dieses unverschämte Gerät anzeigte. Maßhalten war unbequem. Der Weg zum Idealgewicht bedeutete den bloßen Verzicht auf viele angenehme Dinge des alltäglichen Lebens. Seine Traummaße ohne Jo-Jo-Effekt nicht nur zu erreichen, sondern auch langfristig zu halten, war eine oftmals mehr als unangenehme Selbstbeschränkung. Peinlich berührt wurden Gewichtsprobleme eher im stillen Kämmerlein mit sich selbst besprochen. In der Öffentlichkeit hatte das nichts zu suchen. Und der Feind jeglichen Übergewichtes ist nunmal die Einsamkeit. Erfolge möchte man mitteilen; Misserfolge erscheinen nur dann als unüberwindbare Rückschlage, solange man keine moralische Unterstützung von seinen Mitstreitern, der Familie oder seinen Freunden erfährt. Dafür muss ein Thema aber zunächst einmal öffentlich aakzeptiert sein. Der Körperkult hat diesen Schritt geschafft, und die Personenwaage ist längst nicht mehr ein »notwendiges Übel«. Man mag sie mit einem kleinen Augenzwinkern sogar als ein »Sportgerät« bezeichnen.

Und so geht ein frischer Ruck durch das Selbstverständnis des Körpergefühls. Sportlich und jugendlich, sinnvoll und denkend. Dem Wohlbefinden genügt es nicht länger, lediglich über Eckdaten des eigenen Gewichtes in Form von »Kilogramm« und »Kilojoule« bescheid zu wissen. Detaillierte Fakten, beginnend bei den Verbrennungswerten bis hin zum Knochengewicht, sprechen eine sinnvollere Sprache. Der Kampf gegen überflüssige Problemzonen ist gesellschaftsfähig geworden. Viel mehr als das: Er zeugt von Lebensenergie, dynamischer Persönlichkeit und Eigenverantwortung. Umso rasanter erlebt der Personenwaagen-Markt nicht nur die technische Fortentwicklung, sondern auch die angenehme Vielfalt in Designfragen. Die Waage hat es nicht mehr nötig, ein Schattendasein unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit zu führen. Im Gegenteil, sie zeigt sich als Symbol für Stilsicherheit und ausgeglichenes Lebensgefühl.